Politik und Regierung

Geld eingegangen, Schulgebäude unverändert: Die Umsetzungslücke von NextGenerationEU

Laut France 24 wird die EU-Kommission bis Ende 2026 634 Milliarden Euro aus NextGenerationEU an die Mitgliedstaaten auszahlen, doch die Realität in den französischsprachigen Schulen Belgiens zeigt, dass die Sanierung der veralteten öffentlichen Infrastruktur ein gewaltiges Unterfangen bleibt, selbst nachdem riesige Summen aus den EU-Büchern in die nationalen Haushalte geflossen sind.

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Laut France 24 erklärte die EU-Kommission, dass bis Ende 2026 von den 750 Milliarden Euro, die im Jahr 2020 von den EU-Mitgliedstaaten als Konjunkturprogramm nach der Pandemie unter dem Namen „NextGenerationEU“ vereinbart wurden, 634 Milliarden Euro tatsächlich ausgezahlt sein werden. Doch wenn dieses Geld von den Büchern in Brüssel in die nationalen Haushalte fließt, liegt zwischen dem Eingang der Mittel und der tatsächlichen Veränderung des Gesichts einer Schule noch eine lange Umsetzungskette.

Wie France 24 erläutert, ist das zentrale Instrument des Programms – die „Aufbau- und Resilienzfazilität“ – so aufgebaut, dass nationale Pläne durch Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten und der EU vereinbart und den Ländern Mittel in Form von Zuschüssen und teilweise Darlehen zugeführt werden. Italien, Spanien, Polen, Portugal, Frankreich und Rumänien sind die wichtigsten Empfängerländer; die erhaltenen Mittel entsprechen mehreren Prozentpunkten des BIP dieser Länder. Mit anderen Worten: Die Verteilung der Wiederaufbaumittel erfolgt nicht pro Kopf, sondern ist erkennbar zugunsten von Mitgliedstaaten mit größerer Wirtschaftsleistung und tieferen Pandemiefolgen ausgerichtet.

Die Mittel fließen nicht nur in die großen Länder. Der belgische Aufbauplan hat ein Gesamtvolumen von 5,3 Milliarden Euro, wovon über die Hälfte für den grünen Wandel vorgesehen ist. Auf Ebene der französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens stehen 149 Schulstandorte auf der Sanierungsliste, darunter das Athénée royal de Ganshoren in der Region Brüssel-Hauptstadt. Diese Schule hatte vor einigen Jahren wegen des baufälligen Zustands der Gebäude Proteste von Schülern, Eltern und Lehrern ausgelöst, die einen schnellstmöglichen Baubeginn forderten.

Die Sanierungsaufgabe bleibt gewaltig. France 24 bringt es direkt auf den Punkt: Der Gebäudebestand der Schulen in der französischsprachigen Gemeinschaft sei „größtenteils veraltet und energieineffizient“ („much of the French-speaking school building stock is still outdated and energy inefficient“). Mit anderen Worten: Umfangreiche EU-Mittel, gezielte nationale Pläne und eine klare Liste von Schulgebäuden haben es in der konkreten Umsetzung bislang nicht vermocht, die Lage der täglichen Nutzer grundlegend zu verändern.

Die von der EU-Kommission selbst gemeldete Auszahlungszahl von 634 Milliarden Euro ist noch nicht umfassend durch eine unabhängige Rechnungsprüfung verifiziert worden; auch die Emissionsminderungseffekte der Mittel für den grünen Wandel und die tatsächlichen Fertigstellungstermine der Schulgebäudesanierungen in den einzelnen Mitgliedstaaten sind in der öffentlichen Berichterstattung nicht ausgewiesen. Ob die Mittel die Haushaltsverfahren durchdringen und in energiesparende Schulgebäude und nutzbare öffentliche Dienstleistungen verwandelt werden, hängt letztlich von der Effizienz und dem politischen Willen der nationalen Verwaltungsapparate selbst ab – und genau dies ist der Teil, den Brüssel nicht durch Verhandlungen „planen“ kann.

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