Israelischer Siedler beim Misshandeln und mutmaßlichen Vergiften von Vieh in westjordanländischem Dorf gefilmt – Al Jazeera spricht von Schuldzuweisung an Palästinenser
Vom Sender Al Jazeera am 12. Oktober veröffentlichtes Videomaterial zeigt einen israelischen Siedler, der in dem im besetzten Westjordanland nordöstlich von Ramallah gelegenen Dorf Al-Mugayyir dabei gefilmt wurde, wie er Tiere misshandelte und mutmaßlich vergiftete. Al Jazeera berichtet, die vergifteten Tiere sollen Israelis gehört haben – demnach solle der Vorfall den Anschein erwecken, als hätten Palästinenser die Tiere getötet.
Vom Sender Al Jazeera am 12. Oktober veröffentlichtes Videomaterial zeigt einen israelischen Siedler, der in dem im besetzten Westjordanland nordöstlich von Ramallah gelegenen Dorf Al-Mugayyir dabei gefilmt wurde, wie er Tiere misshandelte und mutmaßlich vergiftete. Al Jazeera berichtet, die vergifteten Tiere sollen Israelis gehört haben, und die Vergiftung solle den ortsansässigen Palästinensern angelastet werden, um den Eindruck zu erwecken, diese hätten die Tiere getötet.
Der Vorfall wurde von Al Jazeera in Form eines „Nachrichtenvideos" veröffentlicht; die Gewaltanwendung durch den Siedler und der Vergiftungsvorgang wurden von der Kamera festgehalten. Der Bericht enthält keine Stellungnahmen der Beteiligten, keine Reaktion des israelischen Militärs und keinen Hinweis auf das Eingreifen örtlicher Ermittlungsbehörden – die Einzelheiten des Vorfalls stammen bislang ausschließlich aus diesem Video-Nachrichtenbeitrag.
Das Dorf Al-Mugayyir liegt im Gouvernement Ramallah, das sich seit Langem unter israelischer Militärbesatzung befindet. Die Gegend ist wiederholt Ziel von Siedlergewalt; Olivenhaine, Felder, Brunnen und Vieh der Palästinenser werden dort anhaltend beschädigt. Israelische Siedler werden durch das Recht ihres eigenen Staates geschützt und selbst dann kaum wirksam zur Rechenschaft gezogen, wenn sie in palästinensischen Dörfern Gewalt ausüben; Palästinenser hingegen leben unter israelischer Militärgerichtsbarkeit und haben nur sehr begrenzte Kontrolle über ihre eigene Sicherheit.
Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, eigene Tiere benutzt zu haben, um Palästinensern die Schuld zuzuschieben, geht der Vorfall über das übliche Maß an Sachbeschädigung hinaus und stellt sich als systematische Manipulation der besetzten Bevölkerung dar – indem das Narrativ „Palästinenser töten israelisches Eigentum" geformt wird, um den Boden für anschließende Vergeltungsaktionen, Landenteignungen oder Kollektivstrafen zu bereiten.
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