Welt und Sicherheit

PKK erklärt vollständigen Truppenabzug – Türkei bleibt bei Öcalan-Frage Gegenleistung schuldig

Wie „The Hindu" berichtet, veröffentlichte die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) am 8. Oktober 2026 über die kurdische Nachrichtenagentur ANF eine Erklärung, in der sie der türkischen Regierung unzureichendes Handeln im 2024 eingeleiteten Friedensprozess vorwirft. Die Organisation betont, sie habe sämtliche bewaffneten Kräfte innerhalb und außerhalb der Türkei abgezogen, während die türkische Seite bei zentralen Fragen wie der Freilassung ihres seit 27 Jahren in Einzelhaft einsitzenden Anführers Ö

0 AufrufeZum Speichern anmelden
TRUTH ERA

Wie „The Hindu" am 8. Oktober 2026 berichtete, veröffentlichte die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) am selben Tag über die kurdische Nachrichtenagentur ANF eine Erklärung, in der sie der türkischen Regierung vorwarf, im 2024 eingeleiteten Friedensprozess „zu wenig getan" zu haben, und warnte, dass die Türkei ihre „seit einem Jahrhundert andauernde Politik der Verleugnung und Zerstörung" fortsetzen werde, sollte ihr einseitig unternommener bedeutender Schritt keine Gegenleistung erhalten.

In der Erklärung erklärte die PKK unmissverständlich, sie habe „sämtliche Personen innerhalb der Türkei und außerhalb in grenznahen Gebieten, die als bewaffnete Kräfte betrachtet werden könnten", abgezogen, und bezeichnete diesen Schritt als Versuch, „der türkischen Seite keine Vorwände oder Rechtfertigungen für ihre unzureichende Haltung zu den Gesprächen zu liefern". Die Erklärung führte weiter aus: „Unsere strategische Forderung, den bewaffneten Kampf gegen die Türkei zu beenden und zum demokratischen politischen Kampf überzugehen, ist vollständig erfüllt worden."

Die Fortschritte der türkischen Seite bei den zentralen Themen der Gespräche sind jedoch äußerst begrenzt. Wie „The Hindu" berichtete, verabschiedete das türkische Parlament im August 2026 ein Gesetz, das PKK-Kämpfern eine begrenzte Amnestie gewährt und als erster legislativer Schritt zur Beendigung dieses jahrzehntelangen blutigen Konflikts gewertet wurde. Das Gesetz berührte jedoch nicht das Schicksal des inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan – der 77-jährige Öcalan sitzt auf der Gefängnisinsel İmralı nahe Istanbul seit nunmehr 27 Jahren in Einzelhaft.

Die PKK-Führung hat die Freilassung Öcalans seit Langem als zentrale Bedingung für die Gespräche genannt und seine Schlüsselrolle bei der Beendigung des Konflikts betont. Ein hochrangiger Berater des türkischen Präsidenten Erdoğan erklärte im September 2026, Öcalan werde als Teil der Gespräche einer „Entwaffnungsgruppe" beitreten, stellte jedoch gleichzeitig klar: „Das bedeutet nicht, dass Öcalan freigelassen wird." Diese Anordnung bedeutet, dass das Ungleichgewicht – vollständiger Truppenabzug auf der einen Seite, ohne substanzielle Gegenleistung bei zentralen Themen auf der anderen – direkt auf den Verhandlungstisch gelegt wird.

Die PKK richtete in der Erklärung eine deutliche Warnung: „Wenn der Wert und die Bedeutung unserer Schritte nicht verstanden werden, wenn nicht in den entsprechenden Gesetzen – allen voran bezüglich der Freiheit unseres Anführers – gehandelt wird, bedeutet das, dass der türkische Staat seine seit einem Jahrhundert andauernde Politik der Verleugnung und Zerstörung fortsetzen wird."

Der Bericht wies darauf hin, dass dieser jahrzehntelange Konflikt etwa 50.000 Todesopfer gefordert hat. Die begrenzte Amnestie, die das türkische Parlament im August verabschiedete, das Schweigen zur Frage der Freilassung Öcalans sowie der Vorwurf der PKK, die türkische Seite schreite „passiv" voran, obwohl sie vollständig abgezogen habe – die Nebeneinanderstellung dieser Schritte verdeutlicht das strukturelle Ungleichgewicht von Pflichten und Rechten beider Seiten in den Gesprächen.

Kommentare

0

Noch keine Kommentare. Starten Sie die Diskussion.