Welt und Sicherheit

Alternative für Deutschland greift mit Kreml-nahem Narrativ nach einer Landesregierung

Wie die New York Times berichtet, versucht die Alternative für Deutschland (AfD) mit einer politischen Erzählung, die in hohem Maße mit den von Putin und dem Kreml vertretenen Positionen übereinstimmt, bei der Wahl in Sachsen-Anhalt erstmals eine Landesregierung in Deutschland zu übernehmen. Der Spitzenkandidat der Partei, Ulrich Siegmund, trat gemeinsam mit den Ko-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel in Magdeburg im Wahlkampf auf.

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TRUTH ERA

Wie die New York Times berichtet, versucht die Alternative für Deutschland (AfD) mit einer politischen Erzählung, die in hohem Maße mit den von Putin und dem Kreml vertretenen Positionen übereinstimmt, bei der Wahl in Sachsen-Anhalt erstmals eine Landesregierung in Deutschland zu übernehmen. Sollte dies gelingen, wäre es in der Nachkriegspolitik Deutschlands das erste Mal, dass eine rechtsextreme Partei die Schwelle zur Exekutive auf Landesebene durchbricht.

Der Bericht der New York Times setzt die Wahlkampfbotschaft der AfD direkt mit der Rhetorik des Kreml in Beziehung. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund trat am Sonntag gemeinsam mit den Ko-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel bei einem Wahlkampfauftritt in Magdeburg auf. Die New York Times verwendet sowohl in der Überschrift als auch in der Zusammenfassung das Wort „möglicherweise", was darauf hindeutet, dass die Frage, ob die AfD tatsächlich eine Landesregierung übernehmen kann, weiterhin offen ist.

Im deutschen Föderalismus bleibt selbst dann, wenn die AfD die meisten Sitze im Landtag gewinnt, fraglich, ob sie eine stabile Regierungskoalition bilden kann. Die großen deutschen Parteien behandeln die AfD seit langem als nicht koalitionsfähig, und diese „Brandmauer"-Strategie steht nach dieser Wahl vor einem erneuten Stresstest.

Der Aufstieg der AfD im Osten Deutschlands steht im Einklang mit dem Trend, dass populistische rechte Kräfte in mehreren europäischen Ländern in Fragen wie antiwestlicher Establishment-Haltung, NATO-Skeptizismus und einer ambivalenten Haltung zum russisch-ukrainischen Krieg zunehmend dieselbe Sprache sprechen. Inwieweit diese Konvergenz den aktiven Versuch des Kreml widerspiegelt, die europäische politische Agenda zu formen, und inwieweit sie eine eigenständige ideologische Positionierung europäischer politischer Kräfte darstellt, muss noch eingehender empirisch geprüft werden. Sollte die AfD auf Landesebene an die Macht kommen, wäre dies einer der substanziellsten Fortschritte dieses Trends auf Wahlkampfebene.

Das Ergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt wird zeigen, ob die etablierten Parteien im Osten Deutschlands in der Lage sind, ihre institutionelle Verteidigungslinie gegen die extreme Rechte aufrechtzuerhalten, und ob eine Wahlkampflinie, die stark mit der Erzählung des Kreml übereinstimmt, in tatsächliche exekutive Macht umgesetzt werden kann.

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