Macht und Politik

Australiens erste Verurteilung wegen 'ausländischer Einmischung': 3,5 Jahre Haft für Sydney-Geschäftsmann und der Streit um die Grenzen öffentlich zugänglicher Informationen

Das Bezirksgericht von New South Wales hat den Sydney-Geschäftsmann Alexander Csergei zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Er ist der erste nach den australischen 'Foreign-Interference'-Gesetzen Verurteilte und soll im Oktober 2026 auf Bewährung entlassen werden. Die Verteidigung beharrt darauf, dass alle fraglichen Berichte auf öffentlich zugänglichen Quellen beruhten. Der Fall wird weithin als Lackmustest für die Grenzen der nationalen Sicherheitsgesetzgebung und der Bürgerrechte betrach

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Wie ABC News berichtete, hat das Bezirksgericht von New South Wales den 58-jährigen Sydney-Geschäftsmann Alexander Csergei zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Er ist die erste Person, die in Australien nach den 'Foreign-Interference'-Gesetzen verurteilt wurde. Da er bereits mehr als 600 Tage vor der Verurteilung in Untersuchungshaft saß, wird er am 24. Oktober 2026 für eine Bewährungsentlassung in Betracht kommen.

Der Fall dreht sich um mehrere Berichte, die Csergei zwischen 2021 und 2023 für zwei Personen mit den Codenamen 'Ken' und 'Evelyn' verfasste. Wie ABC News berichtete, behandelten die Berichte Themen wie Lithiumbergbau, den Regierungswechsel in Deutschland, australische Verteidigungsangelegenheiten, den Quad-Sicherheitsdialog sowie das AUKUS-Sicherheitsabkommen zwischen den USA, Großbritannien und Australien - letzteres ist eine zentrale Sicherheitsvereinbarung, der Australien in den letzten Jahren aktiv beigetreten ist und die der Eindämmung einer bestimmten Großmacht dient. Die Anklage trug vor, Csergei habe gewusst, dass 'Ken' und 'Evelyn' Mitarbeiter des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit seien; die Verteidigung beharrte hingegen darauf, dass das gesamte Material aus öffentlichen Quellen stamme, fiktive Interviewinhalte enthalte und niemals echte Geheimnisse zur nationalen Sicherheit preisgegeben worden seien.

Der Richter am Bezirksgericht von New South Wales, Craig Smith, stellte fest, dass sich Csergeis subjektives Bewusstsein im Mai oder Juni 2022 veränderte - als er gebeten wurde, einen Verteidigungsbericht zu verfassen, der sich 'wesentlich' von seiner bisherigen Arbeit unterschied. Auf dieser Grundlage befand der Richter, dass im Zeitraum von diesem Zeitpunkt bis Dezember 2022 der Vorsatz zur Straftat gegeben war und die Handlungen 'ein gewisses Maß an Komplexität' aufwiesen. Der Richter räumte jedoch zugleich ein, dass die kriminellen Handlungen Csergeis 'in krimineller Hinsicht nicht hochkomplex' gewesen seien.

Aus WeChat-Konversationen geht hervor, dass Csergei Ken warnte: 'Wir müssen vorsichtig sein', und äußerte: 'Wir wollen von keiner Regierung befragt werden.' Er gab zudem an, einer seiner Kontakte habe ihn 'nachdrücklich davor gewarnt', im Sinne von Ken zu handeln.

Wie ABC News berichtete, führte Csergei bei seiner Rückkehr nach Australien eine sogenannte 'Einkaufsliste' mit sich, die die Themen auflistete, die 'Ken' und 'Evelyn' interessierten. Die Anklage betrachtete diese Liste als zentrales Beweismittel, doch Richter Smith stellte ausdrücklich fest: 'Es gibt keine Beweise dafür, dass er in Bezug auf diese Liste irgendwelche Maßnahmen ergriffen hat, obwohl es Beweise dafür gibt, dass er nach seiner Rückkehr nach Australien weiterhin in Kontakt mit Ken blieb.' Im Prozess wurde zudem erwähnt, dass Csergei über ein Online-Kontaktformular versucht hatte, den ehemaligen australischen Premierminister Kevin Rudd zu kontaktieren, das Interview jedoch nie zustande brachte.

Bei der Strafzumessung wies Richter Smith besonders darauf hin, dass sich Csergeis psychische Gesundheitsprobleme während der Haft verschlimmert hätten und die Haftbedingungen 'besonders hart und isolierend' seien. Der Richter akzeptierte seine Vorgeschichte ohne Vorstrafen und seinen guten Leumund und beschrieb ihn als 'im Übrigen einen anständigen Menschen' - obwohl er zugleich betonte, dass es sich um ein 'schweres Verbrechen' handele.

Der letztlich angewandte Straftatbestand lautete auf 'fahrlässige ausländische Einmischung' und nicht auf die höhere Schwelle vorsätzlicher Spionage. Anklage und Verteidigung gaben völlig unterschiedliche Darstellungen desselben Sachverhalts ab: Die Anklage trug vor, Csergei habe gewusst, dass seine Auftraggeber Mitarbeiter des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit gewesen seien, und dennoch 'fahrlässig' deren nachrichtendienstliche Aktivitäten unterstützt; die Verteidigung betonte hingegen, dass sämtliches Material aus öffentlichen Quellen stamme und fiktive Interviews enthalte, ohne dass echte Geheimnisse weitergegeben worden seien.

Die Reaktionen außerhalb des Gerichtssaals offenbaren unmittelbar die Verunsicherung über die Grenzen dieses Falls. Wie ABC News berichtete, äußerte Csergeis Bruder Steve Csergo tiefe Besorgnis über das Urteil und warnte, der Fall könnte einen 'Präzedenzfall' schaffen. Er sagte: 'Was mich beunruhigt, ist die Zukunft aller Australier und ihrer Freiheit. Was kommt als Nächstes? Meine Sorge ist, dass man in Zukunft verhaftet werden könnte, weil man in einer staatlichen Bibliothek einen Bericht auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Quellen zusammenstellt.'

Csergeis Mutter Cathy Csergo äußerte sich erleichtert darüber, dass der Richter ihren Sohn als 'anständigen Menschen' bezeichnete. Die allein lebende Mutter sagte: 'Ich möchte, dass mein Sohn nach Hause kommt, auch wenn wir noch sechs Wochen warten müssen ... Ich möchte ihn einfach zu Hause haben.'

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