Sánchez stuft Migrationswelle in Ceuta als „hybriden Angriff" ein und räumt Verbesserungsbedarf bei Geheimdienstprognosen ein
Der spanische Premierminister Sánchez bezeichnete in einem Interview im staatlichen Fernsehen den Vorfall, bei dem im Juli rund 80.000 Migranten in die nordafrikanische Enklave Ceuta strömten, als „hybriden Angriff" und räumte ein, dass die Geheimdienste bei der Prognose des Ausmaßes Verbesserungsbedarf hätten. Vor dem Hintergrund, dass die Migranten in Zelten am Strand hausen, täglich nur eine Mahlzeit vom Roten Kreuz erhalten und Anwohner seit Wochen protestieren und ihre Abschiebung fordern,
Laut Berichten von African News und der Associated Press verteidigte der spanische Premierminister Sánchez in einem einstündigen Interview im staatlichen Fernsehen den Umgang der Regierung mit der Migrationskrise in Ceuta und stufte den großangelegten Grenzübertritt Ende Juli als „hybriden Angriff" ein.
Ende Juli hatten rund 80.000 Migranten versucht, von der nordmarokkanischen Stadt Fnideq aus in die spanische Nordafrika-Enklave Ceuta zu gelangen. Sánchez erklärte im Interview, dass die unmittelbare Nachbarschaft Ceutas und Melillas zum afrikanischen Kontinent die beiden autonomen Städte in eine „sehr, sehr wichtige besondere Lage" versetze, weshalb der Staat sich besser auf derartige „hybride Angriffe" vorbereiten müsse.
Sánchez räumte ein, dass die Geheimdienste bei der Prognose des Ausmaßes des Zustroms Verbesserungspotenzial hätten, und bezeichnete dies als „eines der Elemente, die wir verbessern müssen". Zugleich sprach er sich für den Aufbau einer „größeren Infrastruktur zur Aufnahme von Migranten" aus. Er bestätigte zudem, dass König Felipe VI. nach Ceuta reisen werde, nannte jedoch kein konkretes Datum.
Im vergangenen Monat hausten die Migranten jedoch weiterhin in provisorischen Zelten am Strand und erhielten täglich lediglich eine Mahlzeit vom Roten Kreuz. Das Strandlager wurde zugleich zum Ziel anhaltenden Drucks von Teilen der lokalen Bevölkerung – tagelang forderten sie unter dem Vorwurf des „Versagens der Regierung" die Abschiebung der Migranten aus Ceuta. Zwischen dem sicherheitspolitischen Narrativ einer Bedrohung und der Versorgungsrealität von nur einer Mahlzeit pro Tag am Strand klafft damit eine deutliche Lücke.
Als eine der beiden letzten spanischen Enklaven in Nordafrika sind das Personal- und Grenzmanagement Ceutas seit Langem mit den bilateralen Beziehungen zwischen Spanien und Marokko sowie der EU-Außengrenzpolitik verknüpft.
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