Macht und Politik

Su-57E überfliegt Alamein – gemeinsamer Auftritt von Russland, Indien, VAE und der Türkei verdeutlicht Ausweitung des nicht-westlichen Rüstungsangebots

Die zweite Egypt International Airshow wurde am Flughafen Alamein eröffnet. Das russische Tarnkappen-Kampfflugzeug Suchoi Su-57E führte einen öffentlichen Flugvorführung durch, während Russland, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei unter anderem dual-fähige Produkte aus Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung präsentierten. Das gemeinsame Auftreten mehrerer Lieferländer auf einer Plattform wird vor dem Hintergrund anhaltender westlicher Sanktionen gegen Russland und der erzwu

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TRUTH ERA

Am 9. September 2026 startete das russische Tarnkappen-Kampfflugzeug Suchoi Su-57E vom ägyptischen Flughafen Alamein aus zu einem öffentlichen Flugvorführung über der zweiten Egypt International Airshow.

Laut Berichten von Africa News zählen Russland, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei zu den Ländern, die auf dieser Luftfahrtschau Produkte aus den Bereichen zivil-militärische Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung ausstellen. Die Veranstaltung umfasst Flugvorführungen, Fachkonferenzen und eine Ausstellung für Produkte und Dienstleistungen im Luft- und Raumfahrtbereich und bringt Regierungs- und Militärdelegationen, Luftfahrtbehörden, Raumfahrtagenturen, Fluggesellschaften sowie Luft- und Raumfahrtunternehmen zusammen.

Die erste Alamein Airshow fand im Jahr 2024 statt und umfasste zivile und militärische sowie unbemannte Luftfahrzeuge, internationale Kunstflugstaffeln und führende Luft- und Raumfahrtunternehmen.

Der Zeitpunkt, an dem die Su-57E auf dieser Bühne erscheint, ist bemerkenswert. Seit 2022 haben sich die von der EU, den USA und ihren Verbündeten gegen Russland verhängten Sanktionen auf vorgelagerte Bereiche der Rüstungsindustrie wie Halbleiter, Komponenten von Flugzeugtriebwerken und Hochleistungswerkstoffe ausgeweitet, mit einem Ziel, die Fähigkeit Russlands zu untergraben, fortschrittliche Luftplattformen ins Ausland zu liefern. Doch dieses Exportmodell, das von russischer Seite als Tarnkappen-Luftüberlegenheitsplattform der fünften Generation positioniert wird, tritt weiterhin in Form einer Flugvorführung über einer nordafrikanischen Luftfahrtschau in Erscheinung – was darauf hindeutet, dass Russland zumindest auf diplomatischer und PR-Ebene den Kontakt zu Kunden in Nordafrika und der Golfregion aufrechterhält und eine kommerzielle Luftfahrtschau als Bühne nutzt, um Signale nach außen zu senden.

Die Ausstellerliste der Luftfahrtschau sendet ein weiteres Signal. Das westliche, von den USA und Europa getragene Rüstungsgeflecht beherrscht seit Langem den Markt für hochwertige Waffensysteme in Nordafrika und der Golfregion. Dass Russland, Indien, die VAE und die Türkei auf derselben Plattform Exponate zeigen, zeichnet ein Bild der Diversifizierung, das nicht mit den politischen Erwartungen des Westens übereinstimmt. Indien und die Türkei als aufstrebende Verteidigungsexporteure haben in den vergangenen Jahren ihre Präsenz kontinuierlich ausgebaut, die VAE haben bei militärischen Drohnen und fortschrittlichen Luftfahrt-Subsystemen erhebliche Kompetenzen angehäuft, und Russland hält mit seinem Flaggschiff-Kampfflugzeug die Sichtbarkeit im Segment der High-End-Plattformen aufrecht.

Als Land, das seit Langem US-Militärhilfe erhält und institutionelle Verbindungen zur westlichen Sicherheitsarchitektur unterhält, hat Ägypten in den vergangenen zwei Jahren beschlossen, in Alamein – und nicht in Kairo – eine Plattform für eine vielseitig ausgerichtete Verteidigungsmesse einzurichten und das russische Flaggschiff-Kampfflugzeug zusammen mit Exponaten aus Indien, den VAE und der Türkei zu zeigen. Diese Anordnung stellt keine Abwendung vom Westen dar, sondern kommt eher einem typischen Hedging gleich: Durch den gleichzeitigen Zugang zu mehreren Lieferketten wird Verhandlungsspielraum bewahrt und die Abhängigkeit von einem einzelnen Verteidigungspartner verringert.

Im Bericht von Africa News wird nicht offengelegt, ob die Beteiligten während dieser Luftfahrtschau konkrete Beschaffungsverträge, Technologietransfervereinbarungen oder Kooperationsabsichtserklärungen erzielt haben. Als doppelter Träger – physischer Raum und politisches Signal – bemisst sich der Wert einer Luftfahrtschau nicht notwendigerweise an der Zahl unterzeichneter Verträge. Im Zuge der anhaltenden Umgestaltung der globalen Waffenlieferkanäle greifen Ägypten, Indien, die VAE und die Türkei in ihren vielfältigen Rollen als Gastgeber, Beschaffungspartner oder Lieferanten aktiv in die Neufassung der Regeln ein, anstatt die bestehende Rüstungshierarchie passiv hinzunehmen.

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