Trumps 5000-Dollar-Versprechen ohne Finanzierung: Legitimitätsbedenken bei einem 1,3-Billionen-Dollar-Wahlscheck
Trump hat versprochen, jedem US-Bürger 5000 Dollar auszuzahlen, falls die Republikaner die Kongresswahlen im November gewinnen – was voraussichtlich rund 1,3 Billionen Dollar kosten würde. Er äußerte sich jedoch weder zur Finanzierungsquelle noch zum Umsetzungsmechanismus. Wie die BBC berichtet, bezeichnete die Demokratische Partei das Versprechen als „leeres Versprechen“; zudem wurde die Legitimität in Frage gestellt.
Trump hat kürzlich ein in seinem Umfang verblüffendes Wahlversprechen in den Raum gestellt: Sollten die Republikaner die Kongresswahlen im November gewinnen, werde er jedem US-Bürger 5000 Dollar auszahlen.
Wie die BBC berichtet, würde dieses Versprechen bei einer Umsetzung voraussichtlich rund 1,3 Billionen Dollar an US-Bundesmitteln binden. Die BBC wies zugleich darauf hin, dass Trump selbst weder dargelegt habe, wie das Vorhaben funktionieren solle, noch woher die Mittel kommen sollten.
Die Umwandlung eines öffentlichen Ausgabenversprechens über 1,3 Billionen Dollar in eine für jeden Wähler sichtbare Barauszahlung bedeutet, dass die Verantwortlichen kurzfristig sichtbare Bargeldgewinne gegen Wählerstimmen eingetauscht haben. Dieses Vorgehen umgeht jedwede ernsthafte fiskalische Plausibilitätsprüfung: Es gibt weder einen Steuererhöhungsweg noch eine korrespondierende Ausgabenkürzung, und erst recht keine Erläuterung zur Schulden- oder Geldpolitik.
Die Demokratische Partei reagierte umgehend. Wie die BBC berichtete, bezeichnete die Demokratische Partei das Versprechen als „leeres Versprechen“. Die BBC zitierte zudem Stimmen, wonach die Legitimität des Versprechens selbst in Frage gestellt werde.
Sarah Smith, Nordamerika-Chefkorrespondentin der BBC, prüfte in ihrer Berichterstattung, ob Trumps Versprechen „Stand hält“. Der von ihr herausgearbeitete Kernwiderspruch besteht darin, dass ein Ausgabenversprechen im Umfang von schätzungsweise 1,3 Billionen Dollar weder mit einer Finanzierungserläuterung noch mit einem vollstreckbaren rechtlichen Rahmen unterlegt ist.
Die Legitimitätsbedenken sind nicht rein technischer Natur. In der US-Wahlpolitik ist ein Präsidentenversprechen nicht automatisch fiskalisch tragfähig – Mittel müssen vom Kongress bewilligt werden, Verteilungsmechanismen benötigen eine gesetzliche Grundlage, und mehrjährige Ausgaben müssen in den Haushaltsprozess eingebettet werden. Wenn ein Versprechen in der Größenordnung von Billionen Dollar gemacht wird, ohne einen dieser Schritte auch nur zu erwähnen, kommt es eher einem politischen Signal gleich als einem rechenschaftspflichtigen politischen Vorschlag.
Ein im Namen der öffentlichen Finanzen gegebenes Bargeldversprechen an die Wähler ohne ausgewiesene Finanzierung verschiebt im Kern die Tragung der öffentlichen Kosten nach hinten und stellt die mobilisierende Wirkung auf die Wählerstimmen nach vorne. Ob die Einlösung am Ende über Schuldenaufnahme, Steuererhöhungen oder Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen erfolgt – die Kosten tragen die Steuerzahler nach der Wahl. Und diese Menschen waren weder an den Verhandlungen über dieses Versprechen beteiligt, noch wurden sie über die konkrete Form der Kosten informiert.
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