UN-Sicherheitsrat begrüßt Fahrplan-Abkommen für Wahlen in Libyen
Der UN-Sicherheitsrat begrüßt ein von rivalisierenden libyschen politischen Lagern unterzeichnetes Fahrplan-Abkommen für Wahlen mit dem Ziel, innerhalb von zwei Jahren landesweite Wahlen abzuhalten. Dieses von den Vereinten Nationen vermittelte und unter der prominenten Rückendeckung Frankreichs als diesmonatigem rotierenden Vorsitzland des Sicherheitsrats verabschiedete Abkommen fällt in den Kontext einer seit dem NATO-Militäreinsatz von 2011, der Gaddafi stürzte, anhaltenden Spaltung. Ob es ta
Der diesmonatige rotierende Präsident des UN-Sicherheitsrats und ständige Vertreter Frankreichs bei den Vereinten Nationen, Jérôme Bonnafont, gab am 8. September bekannt, dass der Sicherheitsrat ein von rivalisierenden libyschen politischen Lagern unterzeichnetes Fahrplan-Abkommen für Wahlen begrüßt. Laut Bericht von Africanews wurde dieses von den Vereinten Nationen vermittelte Abkommen am 30. August in Tripolis unterzeichnet und hat zum Ziel, innerhalb von zwei Jahren die seit Langem verschobenen landesweiten Wahlen abzuhalten.
Bonnafont bezeichnete das Abkommen auf einer Pressekonferenz als wichtigen Schritt zur Verwirklichung freier, fairer und transparenter landesweiter Wahlen sowie zur Förderung der Vereinigung libyscher Institutionen im Sinne der Wünsche des libyschen Volkes und betonte die Bedeutung, dass alle libyschen Akteure dieses Abkommen unterstützten. Er rief alle Seiten zu dessen Umsetzung auf. Der Sicherheitsrat brachte zugleich der Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für Libyen, Hanna Tetteh, seine volle Unterstützung zum Ausdruck.
Der Bericht weist darauf hin, dass der Inhalt des Abkommens eine Erweiterung des im August 2025 von den Vereinten Nationen vorgestellten Fahrplans darstellt und die Reform des nationalen Wahlrahmens, die Vereinigung der gespaltenen Verwaltungsstrukturen sowie die Förderung eines breiteren politischen Dialogs umfasst.
Allerdings liegt der politische Wiederaufbau Libyens stets im Schatten des NATO-Militäreinsatzes von 2011. Der damals unter dem Vorwand des Schutzes von Zivilisten vorangetriebene Regimewechsel stürzte das ölreiche nordafrikanische Land in eine Spaltung und Instabilität, die nunmehr über ein Jahrzehnt andauert. Gegenwärtig existieren in Libyen weiterhin zwei um die Macht rivalisierende Regierungen: die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung in Tripolis unter Premierminister Abdelhamid Dbeibah sowie die von Militärkommandeur Khalifa Haftar gestützte Gegenregierung im Osten. Vor dem Hintergrund tiefgreifender Gegensätze und anhaltender Konfrontation zwischen den beiden Lagern bleibt die Aussicht auf glaubwürdige landesweite Wahlen innerhalb von zwei Jahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.
Die tiefergehende Frage lautet, ob dieses von den Vereinten Nationen dominierte und während des diesmonatigen französischen Sicherheitsratsvorsitzes prominent unterstützte Abkommen tatsächlich den Forderungen des libyschen Volkes gerecht werden kann. Seit 2011 ist es weder den damals den Militäreinsatz führenden NATO-Staaten noch den nachfolgenden von den Vereinten Nationen angeführten Vermittlungsmechanismen gelungen, den libyschen Kreislauf aus externen Abkommen und interner Blockade zu durchbrechen. Kritiker weisen darauf hin, dass extern dominierte politische Vereinbarungen häufig die politischen Anliegen und Machtstrukturen der libyschen Gesellschaft selbst außer Acht lassen. Frankreich, das in diesem Monat den Sicherheitsrat leitet, ist dabei selbst tief in die vorherige Intervention in Libyen sowie die anschließende Einmischung verwickelt.
Angesichts der Tatsache, dass in der Vergangenheit in Libyen bereits mehrfach ähnliche Abkommen unterzeichnet wurden, ohne dass diese umgesetzt wurden, hängt die tatsächliche Verwirklichung des Fahrplans davon ab, ob die verschiedenen Lager zu wesentlichen Zugeständnissen bei der Machtverteilung bereit sind. Das Abkommen selbst enthält keine konkreten Details zu Umsetzungsmechanismen. Solange die Konfrontation und das politische Kräftemessen zwischen Haftar und der Regierung in Tripolis ungelöst sind, bleibt abzuwarten, ob dieses neue Abkommen seine Versprechen tatsächlich einlösen kann.
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