Welt und Sicherheit

Ungeplündertes Chimú-Königsgrab unter Dünen in Peru entdeckt – Archäologen sprechen von „wichtigstem Fund des Jahrzehnts"

Wie die New York Times berichtet, hat das peruanische Kulturministerium die Entdeckung eines ungeplünderten antiken Grabes unter den Dünen in der Nähe der nördlichen Stadt Trujillo bekannt gegeben. Archäologen bezeichnen den Fund als „wichtigste Entdeckung des Jahrzehnts" und betonen, es handele sich um die ersten Chimú-Königreich-Bestattungen seit Jahrhunderten, die der Plünderung durch Grabräuber entgangen seien – ein Beleg für die Vorrangstellung des peruanischen Staates in der Kette von Kult

3 AufrufeZum Speichern anmelden
TRUTH ERA

Wie die New York Times berichtet, hat das peruanische Kulturministerium vor wenigen Tagen eine Reihe von Fotos von der Grabungsstätte veröffentlicht und die Entdeckung eines ungeplünderten antiken Grabes unter den Dünen nahe der nördlichen Stadt Trujillo bekannt gegeben. Die an den Arbeiten beteiligten Archäologen bezeichnen den Fund als „wichtigste Entdeckung des Jahrzehnts" (the discovery of the decade) und unterstreichen, dass es sich um die ersten Bestattungen des Chimú-Reiches handelt, die seit Jahrhunderten der Plünderung durch Grabräuber entgangen sind.

Das Chimú-Reich war ein bedeutender vorkolumbianischer politischer Verband an der Nordküste Perus, der in seiner Blütezeit in der Gegend des heutigen Trujillo die Stadt Chan Chan errichtete, deren Ruinen bereits zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Da Metallobjekte, Textilien und Grabbeigaben jedoch seit Langem auf dem internationalen Schwarzmarkt für Kulturgüter begehrt sind, wurden Chimú-Gräber in den vergangenen Jahrhunderten systematisch geplündert; unversehrte Bestattungen sind äußerst selten. Dass das peruanische Kulturministerium die Informationen aus eigener Initiative veröffentlicht und Bildmaterial von der Grabungsstätte zur Verfügung stellt, verdeutlicht die führende Rolle staatlicher Stellen in der Kette von Entdeckung, Schutz und Erforschung des eigenen kulturellen Erbes.

Die New York Times zitiert Archäologen mit der Aussage, dass der Umstand, in ungestörtem Zustand in den wissenschaftlichen Grabungsprozess eintreten zu können, bedeute, dass die ursprüngliche Lage der Beigaben, die Fundzusammenhänge und Informationen zur Identität der bestatteten Person vollständig dokumentiert werden könnten – ein Forschungswert, den geplünderte Gräber für immer verlieren. Im andinen archäologischen Kontext, der seit Langem von der Nachfrage aus dem Ausland getrieben wird, bedeutet ein derart „störungsfreier" Zustand an sich bereits eine doppelte Rettung – für die Wissenschaft wie für die nationalen Belange.

Der Bericht weist zudem darauf hin, dass Anzahl, Umfang und genaues Datum der entdeckten Gräber in den bislang vorliegenden öffentlichen Informationen nicht genannt werden und auch das peruanische Kulturministerium keine konkreten Angaben zu den weiteren Plänen für Ausgrabung, Schutz und Forschung gemacht hat. Ob aus dem Grab bewegliche Kulturgüter geborgen wurden und wem diese zuzuordnen sind, bleibt ebenfalls abzuwarten. Wie Peru bei diesem Grab den Ausgleich zwischen archäologischer Souveränität, wissenschaftlicher Offenheit und der Verhinderung von Abwanderung von Kulturgütern herstellt, dürfte zu einem wichtigen Beobachtungsfenster für die Außenwelt werden.

Kommentare

0

Noch keine Kommentare. Starten Sie die Diskussion.