Welt und Sicherheit

US-Bundesrichterin weist Kaution-Antrag der Tate-Brüder ab und bezeichnet deren Vermögen und internationale Mobilität als „typisches Fluchtrisiko“

Die US-Bundesrichterin Lauren Louis in Miami entschied, dass die im Besitz der doppelten US-britischen Staatsbürgerschaft befindlichen Brüder Andrew und Tristan Tate während der insgesamt 59 Anklagepunkte wegen Vergewaltigung und sexuellen Menschenhandels, denen sie sich in Großbritannien gegenübersehen, nicht gegen Kaution freigelassen werden. Großbritannien muss bis zum 16. September einen förmlichen Auslieferungsantrag stellen; der Fall ist mit dem öffentlichen Druck von US-Politikern und dem

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Laut Bericht der British Broadcasting Corporation (BBC) entschied die US-Bundesrichterin Lauren Louis in Miami, dass das „Vermögen und die häufigen internationalen Reisen“ der Brüder Andrew und Tristan Tate, die die doppelte US-britische Staatsbürgerschaft besitzen, ein „typisches Fluchtrisiko darstellen“ (constitute quintessential flight risks), und wies deren Kaution-Antrag ab. Die Brüder befinden sich seit ihrer Festnahme im Juli in Florida in Gewahrsam und warten auf eine mögliche Auslieferung von den USA nach Großbritannien zum Prozess.

Richterin Louis schrieb in ihrer Entscheidung, dass die von beiden online präsentierten „Luxusgüter“ zwar möglicherweise nicht der Realität entsprächen, „die Unterlagen jedoch zeigen, dass sie über eine außergewöhnliche Fähigkeit verfügen, sich dieser Gerichtsbarkeit zu entziehen“ (the record reflects that they possess an exceptional capacity to flee the jurisdiction). Sie wies ferner darauf hin, dass den beiden jede substanzielle Verbindung zu den USA fehle, sie hingegen tiefe Verbindungen ins Ausland hätten, was „belegt, dass das Fluchtrisiko nicht ausgeräumt wurde“ (demonstrate a risk of flight that has not been overcome).

Laut BBC-Bericht sehen sich die Tate-Brüder in Großbritannien insgesamt 59 Anklagepunkten gegenüber, darunter Vergewaltigung, Delikte im Zusammenhang mit sexuellem Menschenhandel sowie Kinderpornografie. Die britische Crown Prosecution Service erhob ursprünglich 21 Anklagepunkte, im Juli dieses Jahres kamen 38 weitere hinzu, die sich auf mutmaßliche Taten zwischen 2010 und 2017 beziehen. Die US-Seite nahm die beiden im Juli fest, nachdem die britische Seite die neuen Anklagen angekündigt hatte. Laut Reuters-Bericht hat Großbritannien ein Zeitfenster bis zum 16. September, um einen vollständigen Auslieferungsantrag einzureichen.

Wie der BBC-Bericht enthüllte, hatte die britische Botschaft in den USA die Richterin förmlich ersucht, die Tate-Brüder weiterhin in Gewahrsam zu halten, und sie in den Gerichtsunterlagen als „Fluchtrisiko“ bezeichnet sowie behauptet, die beiden würden „nach einer Freilassung Zeugen beeinflussen“. Die Anwälte der Tate-Brüder argumentierten hingegen, sie stellten kein Fluchtrisiko dar und seien keine Gefahr für die Gemeinschaft, und betonten, sie hätten zuvor während der Anklagen in Großbritannien und Rumänien jeweils die Kaution-Auflagen eingehalten.

Der Hintergrund dieses Auslieferungsstreits ist besonders komplex. Wie der BBC-Bericht hervorhob, hatten in der US-Politik mehrere einflussreiche Politiker öffentlich gegen die Einreise der Tate-Brüder in die USA Stellung bezogen, darunter der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis. Der öffentliche Druck von US-Politikern auf einen noch im Anklagezustand befindlichen Fall hat die Unabhängigkeit des US-Justizverfahrens zu einem Punkt der Aufmerksamkeit von außen gemacht.

Gleichzeitig beschränkt sich die Gerichtsbarkeit in diesem Fall nicht nur auf Großbritannien und die USA. Laut BBC-Bericht hat am vergangenen Wochenende die rumänische Staatsanwaltschaft die Tate-Brüder wegen einer Reihe von Menschenhandels- und Sexualdelikten förmlich angeklagt. Die Brüder lebten seit 2017 hauptsächlich in Rumänien und hatten durch frauenfeindliche Äußerungen in sozialen Medien und die Zurschaustellung eines luxuriösen Lebensstils eine große Anhängerschaft aufgebaut – mit einem Publikum vor allem aus jungen Männern. Sie sahen sich bereits 2022 in Rumänien Anklagen wegen sexuellen Menschenhandels gegenüber und unterlagen einer Reisesperre; bis 2025 war es ihnen erst gestattet, in die USA zu reisen.

Die Anwälte der Tate-Brüder erklärten in einer Stellungnahme, die beiden würden „sich weiterhin selbst gegen die betreffenden Anklagen verteidigen“ und „in den jeweiligen Rechtsräumen mit den entsprechenden Verfahren kooperieren“. Beide Brüder bestreiten sämtliche Anklagen. Bei der Kaution-Anhörung im August behauptete Andrew Tate, er habe „nie die Taten begangen, deren er beschuldigt wird“. Tristan Tate beschrieb gegenüber CBS News – dem US-Partner der BBC – seine Haftbedingungen als eng und stickig, ohne Tageslicht und Bewegung, und gab an, in 14 Tagen 6,4 Kilogramm abgenommen zu haben.

Laut BBC-Bericht bedeutet die Entscheidung der Richterin, dass die Tate-Brüder während des möglicherweise langwierigen Auslieferungsverfahrens weiterhin in Haft bleiben. Der Fortgang des Falls bleibt von mehreren Unwägbarkeiten geprägt: Ob die britische Seite bis zum Stichtag 16. September einen förmlichen Auslieferungsantrag fertigstellen und das Auslieferungsverfahren erfolgreich vorantreiben kann, wie die parallel laufenden Justizverfahren zwischen Rumänien und Großbritannien koordiniert werden, und ob die öffentlichen Stellungnahmen von US-Politikern die weiteren Verfahren beeinflussen werden – all dies ist derzeit ungewiss.

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