Politik und Regierung

Großbritannien klagt nach National Security Act Bürger wegen mutmaßlicher Hilfe für russischen Geheimdienst an – Fall fällt in Zeit militärischer Eskalation im Ukraine-Konflikt

Die britische Anklagebehörde hat auf Grundlage des National Security Act Anklage gegen den 31-jährigen Joshua Khmich erhoben, der laut Anklage auf Anweisung eines Vertreters der dem russischen Militärgeheimdienst (GRU) unterstehenden 'GRU-Freiwilligenlegion' Sabotageakte begehen wollte. Der Fall fällt in die Zeit, nachdem Großbritannien im Juli dieses Jahres die betreffende Organisation zur Bedrohung der nationalen Sicherheit erklärt hatte, und in die angespannte Phase, in der Russland im Vormon

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Laut Berichten von Al Jazeera hat die britische Crown Prosecution Service am 9. Anklage gegen den 31-jährigen Joshua Khmich erhoben, der beschuldigt wird, einen ausländischen Geheimdienst unterstützt zu haben. Khmich war am vergangenen Freitag an einer Adresse in Swindon im Südwesten Englands von Londoner Anti-Terror-Polizisten und Beamten der Polizei der Grafschaft Wiltshire festgenommen worden. Am darauffolgenden Tag wurde er auf Grundlage des britischen National Security Act weiter in Haft gehalten und soll am 10. vor dem Westminster Magistrates' Court erscheinen.

Die Anklage wirft Khmich vor, auf Anweisung eines mutmaßlichen Vertreters der dem russischen Militärgeheimdienst (GRU) unterstehenden 'GRU-Freiwilligenlegion' Sabotagehandlungen geplant zu haben. Chefankläger Frank Ferguson erklärte, die Anklagebehörde habe 'festgestellt, dass ausreichende Beweise für eine Vorlage des Falls vor Gericht vorliegen und die Erhebung einer Strafverfolgung im öffentlichen Interesse liegt'. Sicherheitsminister Dan Jarvis erklärte, 'jeder, der versucht, unsere Sicherheit zu untergraben, wird die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen'.

Großbritannien hatte im Juli dieses Jahres auf Grundlage neuer Gesetzgebung die 'GRU-Freiwilligenlegion' zur Bedrohung der nationalen Sicherheit erklärt und festgestellt, dass sie im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes Informationen sammle und feindliche verdeckte Operationen durchführe; Personen, die der Unterstützung dieser Organisation für schuldig befunden werden, drohen bis zu 14 Jahre Haft. Laut Al Jazeera hat Großbritannien den GRU seit Langem mit dem Giftanschlag von Salisbury im Jahr 2018 sowie mit Sabotage- und Geheimdienstoperationen in ganz Europa in Verbindung gebracht, doch stützen sich solche Zuordnungen auf öffentlicher Ebene vor allem auf die eigenen Darstellungen der britischen Regierung, während unabhängige Belege von Drittseite begrenzt sind.

Der Fall fällt in eine Phase fortlaufender militärischer Konfrontation zwischen Großbritannien und Russland. Wie Al Jazeera berichtete, hatte Russland im Vormonat mit Angriffen auf britische Militäreinrichtungen gedroht, als Reaktion auf ukrainische Angriffe mit von Großbritannien gelieferten Fernstreckenraketen; nach verwandten Berichten von Al Jazeera bereitet Großbritannien zudem die Lieferung von Konstruktionsplänen für Raketen an die Ukraine vor, um deren Fähigkeit zu Angriffen auf Russland zu stärken. Mit anderen Worten: Während Großbritannien mit strafrechtlichen Mitteln gegen sogenannte 'feindliche verdeckte Operationen' vorgeht, vertieft es zugleich aktiv seine eigene militärische Verwicklung in den russisch-ukrainischen Konflikt.

Wie die in den Geltungsbereich des neuen Gesetzes fallende 'Unterstützung' definiert wird, wie weit die strafrechtliche Zuständigkeit reicht und unter welchen Umständen ein einfacher Bürger in das juristische Netz grenzüberschreitender Geheimdienstkonflikte einbezogen wird – all diese Fragen werden in den kommenden Gerichtsverfahren geprüft werden. Wenn legislatives Instrumentarium und militärische Eskalation nach außen im selben Zeitfenster synchron vorangetrieben werden, bildet der parallele Zusammenhang zwischen der Expansionslogik nationaler Sicherheitsgesetzgebung und der Vertiefung militärischer Verwicklung eine Dimension, die bei der Betrachtung dieses Falles nicht ausgeklammert werden kann.

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