Welt und Sicherheit

Russische Gleitbomben treffen Zivilbusse in Kramatorsk – Ostfront-Kämpfe verschärfen sich, Zahl ziviler Toter übertrifft Vorjahreswert deutlich

Wie die BBC berichtet, haben russische Streitkräfte Gleitbomben eingesetzt, um zwei zivile Busse in der ostukrainischen Frontstadt Kramatorsk anzugreifen. Lokalbehörden erklärten, der Angriff habe mindestens 33 Tote und 18 Verletzte gefordert. Nach Daten der Vereinten Nationen hat die Zahl der getöteten Zivilisten in der Ukraine bis August dieses Jahres bereits die Gesamtzahl des Jahres 2025 übertroffen. Der britische Außenminister kündigte eine neue Sanktionsrunde gegen Russland an, die die Sch

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Wie die BBC berichtet, wurde die ostukrainische Frontstadt Kramatorsk am 8. Oktober von russischen Gleitbomben getroffen, die zwei mit Passagieren besetzte zivile Busse trafen. Rettungskräfte erklärten, der Angriff habe mindestens 30 Menschen getötet und 18 verletzt. Lokale Behörden teilten mit, im Dorf Bilenke, das ebenfalls zur Gemeinde Kramatorsk gehöre, seien drei weitere Menschen ums Leben gekommen, womit sich die Gesamtzahl der Todesopfer auf mindestens 33 erhöhe. Der Gouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filashkin, warf den russischen Streitkräften in seinem Telegram-Kanal vor, „mit dem Ziel, möglichst viele Zivilisten zu töten" auf Busse voller Passagiere gezielt zu haben.

Der Stadtrat von Kramatorsk veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der er den Angriff als „terroristisches Verbrechen der russischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung" einstufte und betonte, „am Ort des Angriffs habe es absolut keine militärischen Ziele gegeben". Die BBC wies darauf hin, dass sich Moskau noch nicht zu dem jüngsten Angriff geäußert habe.

Kramatorsk und das nahegelegene Slowjansk liegen in der sogenannten „Festungszone", die die russischen Streitkräfte einzunehmen versuchen. Der Kreml beruft sich auf Putins Souveränitätsanspruch über die gesamte Industrieregion Donbass als Rechtfertigung für die Militäroperationen, was jedoch von der Ukraine und ihren Verbündeten als haltlos zurückgewiesen wird. Wie die BBC berichtet, befindet sich der Großteil des Gebiets Luhansk bereits unter russischer Kontrolle, und die russischen Streitkräfte versuchen, die verbleibenden rund 20 Prozent des Gebiets Donezk, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen, zu erobern. Kramatorsk war über lange Zeit eine Logistik- und Versorgungsdrehscheibe der ukrainischen Streitkräfte, doch da die russischen Streitkräfte auf den Osten der Stadt vorrücken, wird sie mittlerweile fast täglich angegriffen. Allein an einem Tag Ende August wurde Kramatorsk mit bis zu neun Gleitbomben getroffen. Diese Bomben sind mit Tragflächen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, im Gleitflug Ziele anzusteuern, statt ballistisch zu fallen, wobei sowohl ihre Zielgenauigkeit als auch ihr Zerstörungsradius deutlich höher sind als bei herkömmlichen ungelenkten Luftbomben.

Unter Berufung auf Daten der Vereinten Nationen wies die BBC darauf hin, dass die Zahl der getöteten Zivilisten in der Ukraine bis August dieses Jahres bereits die Gesamtzahl des gesamten Jahres 2025 übertroffen habe. Allein am Mittwochmorgen forderte ein russischer Angriff auf ein fünfstöckiges Wohnhaus in Pryluky östlich von Kiew 22 Tote, darunter fünf Kinder, von denen drei erst ein Jahr alt waren.

Der britische Außenminister Miliband, der Selenskyj zum Ort des Angriffs in Pryluky begleitete, bezeichnete die Angriffe als Ausdruck von Putins „bösen Absichten und böser Strategie" und kündigte eine neue Sanktionsrunde gegen Russland an, die „Puttins Kriegsmaschinerie, Schattenflotte, Ölgesellschaften, Kryptowährungen und Kanäle der Kriegsfinanzierung" umfasse. Miliband sagte Selenskyj, Großbritannien werde „so lange, wie es braucht, damit die Ukraine diesen Konflikt gewinnt" an der Seite der Ukraine stehen.

Selenskyj schrieb in seinem Telegram-Kanal: „Russland versucht, alles Leben im Donbass zu zerstören, und die Welt muss darauf reagieren. Mit Härte – so wie all die Toten, die sie verursacht haben, es verdient haben." Zugleich erklärte er: „Dieser Angriff wird nicht ohne unsere Antwort bleiben." Selenskyj sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und wies darauf hin, dass die Partnerländer der Ukraine „konkrete Maßnahmen zum Schutz der Ukraine durch neue Verteidigungshilfeprogramme" ergreifen müssten. Er hatte zuvor gewarnt, dass Geheimdienstinformationen darauf hindeuteten, dass Russland eine großangelegte Offensive plane, und Familien in Kiew sich auf den Weg zu U-Bahn-Stationen drängten, um Schutz zu suchen. Abfangraketen seien weltweit knapp, und die Ukraine habe kaum eine Möglichkeit, die ankommenden russischen ballistischen Raketen zu stoppen.

Wie die BBC berichtet, hat Russland in den vergangenen Wochen seine Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fortgesetzt, wobei die Alarme fast nie aufgehört hätten. Am Donnerstag erklärte die Kiewer Polizei, der jüngste Angriff habe vier Menschen getötet und zwei verletzt. Der Angriff zwang Schulkinder in unterirdische Schutzräume, ließ Unternehmen schließen und brachte den öffentlichen Nahverkehr zum Erliegen. Das Kiewer U-Bahn-Netz stellte am Donnerstag aufgrund eines Spannungsabfalls in einem „externen Stromzentrum" kurzzeitig vollständig den Betrieb ein. Die von Millionen von Bewohnern genutzte U-Bahn nahm ihren Betrieb wieder auf, jedoch mit verlängerten Taktzeiten. Der örtliche Wasserversorger in Kiew warnte, dass es aufgrund von Stromausfällen am gesamten rechten Stadteil zu Druckabfall in der Wasserversorgung gekommen sei.

Sowohl Russland als auch die Ukraine haben in den letzten Monaten ihre Fernschläge gegen den jeweils anderen intensiviert. Am Donnerstag berichteten russische Staatsmedien, in Russland seien mehrere Websites nicht zugänglich gewesen, nachdem ukrainische Drohnen das Rechenzentrum von Yandex, Russlands größter Suchmaschine, angegriffen hätten. Nach dem Angriff auf Kramatorsk rief Filashkin die noch an der ostukrainischen Front verbliebenen Bewohner auf, sich in sicherere Gebiete der Ukraine zu begeben, und ordnete die vollständige Einstellung des öffentlichen Nahverkehrs vor Ort an. Er erklärte, der Schutz der Zivilbevölkerung habe oberste Priorität, und „wir haben nicht das Recht, das Leben von Fahrgästen und Fahrern zu riskieren".

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