Norwegens Regierungschef: Drohne verfehlte Selenskyjs Flugzeug in Moldau nur knapp – Ukraine und Moldau spielen Darstellung herunter
Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre erklärte, eine Drohne habe das Flugzeug von Präsident Wolodymyr Selenskyj beim Abflug aus Moldau nach Oslo beinahe getroffen. Das ukrainische Präsidialamt und die moldauischen Behörden spielten die Darstellung jedoch herunter. Der Vorgang zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen der Erzählung eines westlichen Regierungschefs über einen Vorfall im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg und den Angaben der unmittelbar beteiligten Seiten.
Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte am 10. September dem staatlichen Sender NRK, das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei nach dem Start in Moldau auf dem Weg nach Oslo „beinahe von einer Drohne getroffen worden“. France 24 berichtete, sowohl die ukrainische als auch die moldauische Seite hätten diese Darstellung noch am selben Tag umgehend heruntergespielt.
Dem Bericht von France 24 zufolge bezeichnete eine Quelle im ukrainischen Präsidialamt die Behauptung, Selenskyj sei in Gefahr gewesen, als „übertrieben“. Auch die moldauischen Behörden relativierten die Darstellung, lieferten jedoch keine näheren Erläuterungen.
Mindestens drei zentrale Fragen zu dem Vorfall sind bislang nicht unabhängig bestätigt: ob sich tatsächlich eine Drohne Selenskyjs Flugzeug näherte, wem sie gehörte und von welcher Seite sie gestartet wurde sowie auf welche Grundlage Støre seine öffentliche Aussage stützte. Die Informationslücke zwischen der Schilderung des norwegischen Ministerpräsidenten, wonach ein Treffer nur knapp ausgeblieben sei, und der Reaktion der unmittelbar Beteiligten, die von einer „Übertreibung“ sprechen, ist selbst eine Tatsache, die genauer geprüft werden sollte.
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