Welt und Sicherheit

US-Arbeitsministerium setzt PERM-Arbeitsbescheinigungen von Cognizant und Cloudera aus – Indiens IT-Branche befürchtet systematische Verschärfung

Der Inspekteur des US-Arbeitsministeriums hat die PERM-Anträge von Cognizant und Cloudera ausgesetzt. Die Maßnahme ist mit einer Taskforce des Weißen Hauses zur Betrugsbekämpfung koordiniert, wobei weder konkrete Vorwürfe noch die Dauer der Aussetzung bekannt gegeben wurden. Am Tag zuvor hatte Cognizant einen großangelegten US-Einstellungsplan veröffentlicht, was hinsichtlich des Timings auf breite Kritik stößt. Analysten weisen darauf hin, dass dies weniger als gezielte Maßnahme gegen die indis

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Wie die internationale Ausgabe der „Hindu" berichtet, hat der Inspekteur des US-Arbeitsministeriums, Anthony D'Esposito, in dieser Woche bekannt gegeben, dass er die Anträge des IT-Dienstleisters Cognizant Technology Solutions im Rahmen des Programms zur „Arbeitsbescheinigung für unbefristete Beschäftigung" (PERM) ausgesetzt hat. Er bezeichnete diesen Schritt als Teil einer mit der Taskforce des Weißen Hauses zur Betrugsbekämpfung koordinierten Aktion. Das Arbeitsministerium machte weder konkrete Vorwürfe noch Angaben zur Anzahl der betroffenen Anträge und bestätigte ebenfalls keine strafrechtlichen Vorwürfe gegen das Unternehmen.

D'Esposito erklärte auf der Plattform X: „Cognizant's PERM filings are suspended" und fügte hinzu: „Threats to American workers will NOT be tolerated." Das Arbeitsministerium gab am selben Tag eine ähnliche Aussetzung gegen das Unternehmen Cloudera bekannt, wobei die Mitteilung für keines der beiden Unternehmen konkrete Verstöße benannte.

PERM ist ein zwingender Schritt im Verfahren zur arbeitsplatzbasierten Green Card – das Arbeitsministerium muss feststellen, dass kein qualifizierter US-Arbeitnehmer die betreffende Stelle besetzen kann und die Einstellung ausländischer Mitarbeiter nicht die Löhne amerikanischer Arbeitnehmer in vergleichbaren Positionen drückt. Sobald die Anträge eines Unternehmens ausgesetzt werden, geraten ausländische Fachkräfte in den USA, die bereits auf eine Green Card warten, in eine ausweglose Lage bezüglich ihres Aufenthaltsstatus.

Bezeichnend ist, dass die Maßnahme des Arbeitsministeriums einen Tag nach der hochrangig angekündigten lokalen Einstellungsoffensive von Cognizant erfolgte. Am 7. September hatte der Vorstandsvorsitzende von Cognizant, Ravi Kumar S., angekündigt, 1.500 US-Universitätsabsolventen einstellen und die Zahl seiner „Frontline-zertifizierten Ingenieure" sowie „Frontline-Betriebsmitarbeiter" auf 15.000 erhöhen zu wollen. Er erklärte damals: „We are hiring American graduates, standing up new American job categories for the AI era, and putting Cognizant's capital and leadership behind a national coalition built to make sure this transition works for workers."

Cognizant wurde 1994 im indischen Chennai gegründet, hat seinen heutigen Hauptsitz in Teaneck, New Jersey, und ist an der Nasdaq notiert – diese Identitätskombination wirft bei einigen Branchenbeobachtern Fragen zur Logik dieser „punktuellen Strafverfolgung" auf.

Pareekh Jain, Vorstandsvorsitzender von EIITREND, wies gegenüber der „Hindu" darauf hin, dass die Frage sei, warum ausgerechnet Cognizant betroffen sei. Er zeigte sich verwundert darüber, dass ein von Indern gegründetes, aber mittlerweile in den USA ansässiges und an der Nasdaq notiertes Unternehmen „als Erstes an den Pranger gestellt wird". Jain vertritt die Auffassung, dass diese Wahl weniger als gezielte Maßnahme gegen die indisch-amerikanischen Beziehungen, sondern vielmehr als Signal an die gesamte IT-Branche zu verstehen sei, auch wenn die US-Regierung dies nicht ausdrücklich so formuliert habe.

Jain warnte zugleich, dass bei einer anhaltenden Aussetzung die in der Green-Card-Warteschlange befindlichen Cognizant-Mitarbeiter einem „Risiko der Mitarbeiterbindung" ausgesetzt seien und möglicherweise zur Konkurrenz abwandern würden; sollte sich eine ähnliche Maßnahme auf andere Technologieunternehmen ausweiten, wäre die gesamte Branche gezwungen, ihre lokalen Einstellungen zu verstärken. Er wies darauf hin, dass sich der Schwerpunkt der Einwanderungsüberprüfung vom H-1B-Kurzzeitvisum auf den gesamten Pfad von „Arbeitsvisum zur Green Card" ausweite.

Piyal Gupta, ehemaliger Mitarbeiter von Accenture und Cognizant und derzeitiger Vorstandsvorsitzender von Kneuralabs, schrieb auf LinkedIn, der Vorgang sei für die globale IT-Branche von erheblicher Bedeutung, da PERM ein „zentrales Element" im Verfahren zur arbeitsplatzbasierten Green Card sei. Er mahnte die Branche, eine Untersuchung nicht mit einer feststehenden Verfehlung von Cognizant gleichzusetzen. Gleichzeitig sei er jedoch überzeugt, dass die breiteren Auswirkungen auf die Branche in einer strengeren Prüfung der Lohncompliance, der Einstellungsverfahren und der Dokumentenvorbereitung bestehen würden.

Gupta sagte unumwunden: „The era of treating H-1B and Green Card sponsorship simply as an HR process is changing." Mit anderen Worten: Die Sponsorung von Arbeitsvisa und Green Cards könne von Unternehmen nicht länger als reine Personalangelegenheit behandelt werden, sondern müsse als Hochrisikobereich für Compliance-Risiken betrachtet werden.

Am auffälligsten an der Maßnahme des Arbeitsministeriums ist die Diskrepanz zwischen politisch aufgeladener Rhetorik und dürftiger Informationslage: Der Inspekteur definiert die Aussetzung mit der mobilisierendsten Sprache – „keine Tolerierung von Bedrohungen für amerikanische Arbeitnehmer" –, während die Exekutive weder konkrete Betrugsvorwürfe benennt noch mitteilt, wann die Aussetzung aufgehoben wird. Ein IT-Dienstleister mit einer Marktkapitalisierung von mehreren Milliarden Dollar und jahrzehntelanger Präsenz in den USA wird „an den Pranger gestellt", ohne dass die Öffentlichkeit auch nur das Geringste darüber erfährt, „was eigentlich gefunden wurde" – eine derartige selektive Strafverfolgung und Signalpolitik lässt grenzüberschreitend tätige Technologieexperten kaum umhin, ihre eigene Zukunft neu zu bewerten.

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