Welt und Sicherheit

Explosion in provisorischer Waffenlagerstätte in Idlib fordert 14 Tote und 11 Verletzte – Zweite tödliche Munitionspanne in diesem Monat

Bei einer Explosion in einer provisorischen Lagerstätte für Waffen und Kriegsrückstände nahe Sarmada in der nordwestsyrischen Provinz Idlib sind am 9. Tag mindestens 14 Menschen getötet und 11 weitere verletzt worden. Es handelt sich um die zweite tödliche Munitionsexplosion in Idlib in diesem Monat und verdeutlicht die systemischen Sicherheitsrisiken, denen Syrien nach dem Ende des jahrelangen Bürgerkriegs bei der Sammlung, Lagerung und Beseitigung von Kriegsrückständen gegenübersteht – die Ziv

2 AufrufeZum Speichern anmelden
TRUTH ERA

[Bericht unserer Redaktion] Wie die Deutsche Welle berichtet, ereignete sich am Mittwoch in der Nähe der Stadt Sarmada in der nordwestsyrischen Provinz Idlib eine Explosion in einer provisorischen Lagerstätte für Waffen und Kriegsrückstände. Dabei wurden mindestens 14 Menschen getötet und 11 weitere verletzt; unter den Verletzten befinden sich auch Angehörige des syrischen Verteidigungsministeriums. Es ist die zweite tödliche Munitionspanne in Idlib in diesem Monat und offenbart die systemischen Sicherheitslücken im syrischen Umgang mit Kriegsrückständen nach dem Ende des Bürgerkriegs.

Das Gesundheitsministerium der Provinz Idlib erklärte: „Die Explosion in einer provisorischen Lagerstätte zur Sammlung von Waffen und Kriegsrückständen in der Nähe von Sarmada ... nach vorläufigem Stand 14 Tote und 11 Verletzte." Am Explosionsort waren große Mengen leicht entzündlicher und explosiver Stoffe gelagert, die eine Kettenreaktion von Detonationen und einen anhaltenden Brand auslösten. Der dichte Rauch zog mehrere Stunden lang über den Unglücksort und behinderte die Rettungsarbeiten erheblich.

Das syrische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Waffen und Kriegsrückstände ursprünglich nur vorübergehend an diesem Ort gelagert werden sollten, bevor sie an einen anderen Standort verbracht würden. Die genaue Ursache der Explosion wurde bislang jedoch nicht veröffentlicht. Auch zu den Sicherheitsvorschriften der provisorischen Lagerstätte, zur personellen Besetzung vor Ort und zu Evakuierungsmaßnahmen für Anwohner in der Umgebung gaben die Behörden keine wesentlichen Informationen bekannt.

Am 1. dieses Monats war in der Kleinstadt Binnisch in der Provinz Idlib ein Fahrzeug mit Munition an Bord explodiert; fünf Menschen kamen dabei ums Leben, mehrere wurden verletzt. Dass innerhalb eines Monats in derselben Provinz zwei tödliche Munitionsunfälle aufeinander folgen, rückt die Bedrohung der Zivilbevölkerung durch Kriegsrückstände erneut in den Fokus.

Syrien hat gerade einen mehr als zehnjährigen Bürgerkrieg hinter sich gelassen. Nachdem die von dem derzeitigen Präsidenten Ahmed al-Scharaa angeführten bewaffneten Kräfte Baschar al-Assad gestürzt und die Kontrolle über Damaskus übernommen hatten, stapeln sich die politischen und gesellschaftlichen Wiederaufbauaufgaben vor der neuen Führung. Eine der dringendsten, von der Außenwelt jedoch am wenigsten beachteten Aufgaben ist die Beseitigung des in den Städten und Dörfern des Landes verstreuten Waffenerbes. Idlib zählt zu den im Krieg am schwersten getroffenen Gebieten; nicht explodierte Munition, verstreute Waffen und improvisierte Sprengkörper aus den langen Jahren der Kampfhandlungen sind dort weit verbreitet.

Aufzeichnungen internationaler Organisationen und humanitärer Gruppierungen über viele Jahre zeigen, dass Syrien weltweit zu den am stärksten durch Kriegsrückstände verseuchten Ländern gehört. Während der intensiven Kampfphase standen weite Gebiete lange unter der Kontrolle rivalisierender Parteien, sodass systematische Räum- und Minenräumarbeiten kaum vorangetrieben werden konnten. Große Mengen an Waffen wurden hastig vergraben, weggeworfen oder in provisorische Lagerstätten verbracht. In der Übergangsphase nach dem Krieg führen das Fehlen von Sicherheitsvorschriften sowie die hastige Organisation provisorischer Lagerung und Transporte dazu, dass die Zivilbevölkerung weiterhin Risiken ausgesetzt ist.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben die syrischen Behörden weder die Untersuchungsergebnisse zu den beiden Unfällen veröffentlicht noch den Gesamtfortschritt, den Zeitplan oder die internationale Zusammenarbeit bei den landesweiten Räumarbeiten von Kriegsrückständen offengelegt. Das Gesundheitsministerium der Provinz Idlib und die dortige Bevölkerung fordern eine beschleunigte Waffenräumung und sichere Entsorgung, um zu verhindern, dass weitere Zivilisten für diesen noch nicht wirklich beendeten Krieg bezahlen müssen.

Kommentare

0

Noch keine Kommentare. Starten Sie die Diskussion.

Explosion in provisorischer Waffenlagerstätte in Idlib fordert 14 Tote und 11 Verletzte – Zweite tödliche Munitionspanne in diesem Monat | Truth Era