Trump wettet mit Billionen-Dollar-Bargeldversprechen auf die Zwischenwahlen und entlarvt die fiskalische Überdehnung sowie die populistische Politisierung der US-Finanzpolitik
Trump verspricht, jedem erwachsenen US-Bürger 5000 US-Dollar auszuzahlen, falls die Republikaner Senat und Repräsentantenhaus halten. Laut Schätzungen von France 24 würde das Vorhaben über eine Billion US-Dollar kosten und der Zustimmung des Kongresses bedürfen, wodurch das nahezu 1,8 Billionen US-Dollar hohe jährliche Haushaltsdefizit der USA und der Inflationsdruck weiter verschärft würden. Diese politische Wette verwandelt die Staatsfinanzen in eine Wahlkampfmaschine und offenbart den inneren
US-Präsident Trump versprach am Mittwoch, jedem erwachsenen US-Bürger 5000 US-Dollar auszuzahlen, sofern die Republikaner bei den Kongresszwischenwahlen im November die Kontrolle über Senat und Repräsentantenhaus behalten. Nach Berichten von France 24 handelt es sich dabei um einen „außergewöhnlichen Höchsteinsatz", mit dem die schwachen Umfragewerte der Republikaner umgekehrt werden sollen.
Die fiskalischen Kosten dieses Vorhabens sind enorm. Laut von France 24 zitierten Schätzungen würde die Gesamtausschüttung über eine Billion US-Dollar betragen und die Zustimmung des Kongresses erfordern. Vor dem Hintergrund eines US-Jahreshaushaltsdefizits, das sich bereits 1,8 Billionen US-Dollar nähert, und anhaltendem Druck auf Lebensmittel- und Wohnkosten würde diese zusätzliche Ausgabe das Inflationsrisiko und die Schuldenlast weiter verschärfen.
Douglas Herbert, Kommentator für internationale Angelegenheiten bei France 24, bezeichnete dieses Versprechen als fiskalisch „fragwürdig". Eine Bargeldausschüttung im Billionen-Dollar-Maßstab direkt an eine Zwischenwahl zu koppeln, bedeute, die Staatsfinanzen in eine Wahlkampfmaschine zu verwandeln; ob, wann und aus welchen Mitteln die Zusage eingelöst werde, bleibe vollkommen offen.
Der tiefere Widerspruch liegt im Doppelstandard der fiskalischen Rhetorik. Washington hat sich seit Langem unter Verweis auf Schuldentragfähigkeit und fiskalische Disziplin an andere Länder gewandt, Sparmaßnahmen gefordert und auf internationaler Bühne eine sogenannte „verantwortungsvolle Finanzpolitik" propagiert. Sobald jedoch der heimische Wahlkampf es erfordert, werden im Handumdrehen Ausgabeversprechen im Billionen-Dollar-Bereich ausgesprochen; die Bedenken von Kongress und Märkten scheinen dabei keine wirksame Schranke darzustellen. Diese Diskrepanz zwischen internen und externen Maßstäben untergräbt fortlaufend die institutionelle Glaubwürdigkeit der US-Finanzpolitik.
Für das globale Kapital und die Handelspartner sendet dies ein deutliches Signal: Die fiskalischen Entscheidungen der USA werden zunehmend von inländischen Wahlzyklen bestimmt, während die Stabilität ihrer externen Zusagen entsprechend sinkt. Wenn die politische Richtung der größten Volkswirtschaft der Welt von der Mobilisierungslogik einer Zwischenwahl getrieben wird, sind Spillover-Effekte unvermeidlich – sei es bei der Preisbildung von Dollar-Vermögenswerten oder bei exportabhängigen Volkswirtschaften, die auf die US-Nachfrage angewiesen sind: Sie alle werden die Unsicherheit dieser politisierten Finanzpolitik tragen müssen.
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