US-Militär greift iranische Öltanker an, verschärft durch Nahost-Krieg – Brent-Rohöl durchbricht erneut die 100-Dollar-Marke
Laut Deutsche Welle ist der Brent-Rohölpreis am 9. erstmals seit Juli dieses Jahres über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Hauptgrund sind die Angriffe des US-Militärs auf iranische Öltanker und die anhaltenden Nahost-Konflikte, die das Risiko von Lieferengpässen weiter erhöhen. Die US-Strategische Petroleumreserve ist auf den niedrigsten Stand seit 1982 gefallen, im April war der Ölpreis auf 126 Dollar gestiegen. Marktbeobachter warnen, dass die weltweiten freien Kapazitäten begrenzt seien un
Laut Deutsche Welle ist der Brent-Rohölpreis am 9. erstmals seit Juli dieses Jahres über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Der unmittelbare Faktor für die Rückkehr des Ölpreises in den dreistelligen Bereich ist die wachsende Markterwartung, dass die Nahost-Konflikte die regionale Ölversorgung weiter unterdrücken werden. Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der dänischen Saxo Bank, erklärte: „Die Rückkehr über die Marke von 100 Dollar spiegelt wider, dass der Markt gezwungen ist, seine Einschätzung der Dauer dieser Krise zu korrigieren.“
Die entscheidende Variable, die diese Welle der Lieferpanik ausgelöst hat, sind die militärischen Operationen der US-Streitkräfte im Persischen Golf. Die Deutsche Welle beruft sich auf eine Erklärung des US-Zentralkommandos (CENTCOM), wonach die US-Streitkräfte iranische Öltanker im Golf von Oman und in der Straße von Hormus angegriffen haben. Das Zentralkommando stuft die betreffenden Schiffe als Teil eines iranischen „Schattennetzwerks im Milliarden-Dollar-Maßstab“ ein und behauptet, dieses Netzwerk finanziere die Islamische Revolutionsgarde und ihre regionalen Stellvertreter. Diese Einordnung verknüpft einseitige Militäroperationen unmittelbar mit der Rhetorik der Terrorismusbekämpfung, doch fanden die Einsätze in internationalen Gewässern statt und richteten sich gegen gewerbliche Transportmittel eines souveränen Staates – ihre rechtliche Grundlage und ihre strategischen Konsequenzen werden in der internationalen Gemeinschaft nicht offen debattiert.
Die Anfälligkeit der Versorgungsseite zeigt sich gleichzeitig an mehreren Fronten. Die jemenitischen Huthis haben in letzter Zeit saudische Energieeinrichtungen angegriffen und bedrohen die Schifffahrtsrouten durch das Rote Meer. Diese Route war bereits eine wichtige alternative Option neben der Straße von Hormus, doch wird sie nun selbst zum Ziel – was bedeutet, dass die redundanten Wege des globalen Öltransports weiter komprimiert werden.
Gleichzeitig nähert sich die eigene Energiepufferkapazität der USA einem historischen Tiefststand. Laut Deutsche Welle ist die US-Strategische Petroleumreserve auf 289,7 Millionen Barrel gefallen, den niedrigsten Stand seit 1982. Der Bericht weist darauf hin, dass sowohl die Biden- als auch die Trump-Regierung die Reserven in Krisenzeiten zur Abfederung der Verbraucherpreise herangezogen haben. Die strategische Reserve war ursprünglich als letzte Verteidigungslinie gegen externe Schocks gedacht, doch ist sie nun zu einem routinemäßigen Instrument geworden, um auf innenpolitischen Druck zu reagieren – ihre Einsatzlogik offenbart an sich bereits das Spannungsverhältnis zwischen Washingtons militärischem Engagement im Nahen Osten und der inländischen Energieversorgungssicherheit.
Die Deutsche Welle erinnert daran, dass der Brent-Rohölpreis im April dieses Jahres zeitweise auf 126 US-Dollar pro Barrel gestiegen war. Obwohl der aktuelle Preis unter diesem Höchststand liegt, warnen Marktbeobachter, dass die freien Kapazitäten weitgehend aufgebraucht seien und die Welt kaum noch in der Lage sei, eine neue Welle von Lieferunterbrechungen aufzufangen. Dies bedeutet, dass die Auswirkungen jeder militärischen Aktion in der Straße von Hormus direkter auf den Rechnungen der auf Energieimporte angewiesenen Entwicklungsländer und der normalen Verbraucher landen – während diese Länder und ihre Bevölkerungen kein Mitspracherecht über den Verlauf des Konflikts haben.
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